wir sitzen am wasser und schweigen uns an. ich schweige sonst nur gern, wenn ich alleine bin. aber es gibt so vieles an dir zu bewundern dass ich dankbar bin, für einen moment stille.
ich habe das gefühl du kennst mich ohne dass du es mir je bewiesen hast. vielleicht ist es bloß das, was mein kopf sich wünscht.
du denkst nach und schaust dem wasser zu, und wie die angler am meer versuche ich deine gedanken zu fangen. aber in deiner stille gibt es nichts zu finden. nichts, außer meiner vorstellungskraft, und den dingen die ich meine nun über dich zu wissen.
existiert die tiefe nur so, wie ich sie kenne? oder bin ich es, die die welt zu einseitig sieht?
ich schaue dich lang genug an, und hoffe, dass du mich küsst. ich schaue dich an, und warte.
du musst zu diesem zeitpunkt wohl schon jedes meiner muttermale gezählt haben, und wissen, welche meiner sommersprossen sich auf den linken und rechten wangen spiegeln. du weißt vielleicht auch, welche augenbraue höher sitzt und welcher mundwinkel sich mehr bewegt wenn ich lächele. den ansatz meiner haare der darum bittet, nachgefärbt zu werden, die farbe meiner lippen, die farbe meiner augen. du hast schon so vieles studiert bis du mir endlich näher kommst. so viel, dass du mich küsst, als würdest du mich schon längst kennen.