gefühle in schriftgröße 12

 

du blickst von deinem handy auf und sagst, dass es draußen regnet. vielleicht sollten wir die pläne von heute auf morgen verschieben?

durch die stadt laufen, hand in hand, wenn die sonne scheint. wenn wir uns wiedersehen. so wie früher.

 

ich würde ablehnen, doch die worte bleiben mir im hals stecken, während ich durchnässt auf dem sofa sitze, mit dreck an den füßen. es regnet, sagst du, aber alles, was ich sehe, ist eine handvoll hagel, die in deinen braunen haaren hängen geblieben ist. hagel, der nicht schmilzt, nicht einmal hier, in meinem wohnzimmer. für dich regnet es nicht so wie für mich. eigentlich hat es das nie.

 

die hälfte der zeit bin ich in deiner gegenwart ertrunken, die andere hälfte in deiner abwesenheit.

ich kann nicht segeln, und kaum schwimmen.

aber tausendmal wieder hätte ich im garten gestanden,vor der eingangstür von wohnung nummer 26. tausendmal wieder hätte ich meine schmutzigen füße über den holzboden gezogen

und das sofa mit meinen nassen haaren getränkt.

tausendmal wieder hätte ich mit dir im gras liegen können. auf der veranda rauchen, mit zitternden fingern. zusehen, wie die straßengräben sich füllen und überlaufen.

 

aber für dich hat es nie geregnet wie für mich.

für dich war es immer nur wetter